An sich wollte ich diesen Beitrag bei der Marke von 20’000 Filmen schreiben. Aber dann war ich derart vertieft, neue Filme zusammenzutragen, dass der aktuelle «Zähler» nun bei über 23000 Filmen liegt. Diese Marke möchte ich zum Anlass nehmen, um über meine Arbeit zu berichten.

Darum gibt es filminfo.ch – nicht!
Vor gut einem Jahr wurde diese Homepage aufgeschaltet. Damals hatte ich gute 8000 Schweizer Filme im Katalog, aktuell sind es über 23000 Beiträge. Trotzdem existiert filminfo.ch im Netz faktisch nicht, weil DER Suchriese sich schlicht und einfach weigert, die Seite filminfo.ch im Suchkatalog nur schon anzuführen.

Die Google-KI lügt hier ganz offensichtlich, aus welchen Gründen auch immer. Natürlich ist es schade, dass meine Arbeit im Web so keine Beachtung findet. Auf der anderen Seite, filminfo.ch ist ja «nur» als Nebenprodukt zur privaten digitalen Sammlung entstanden – und ein auf lange Zeit ausgerichtetes privates Filmarchiv existiert auch dann, wenn die KI ganz direkt manipuliert. Google sagt ja nicht, filminfo.ch sei unbekannt, sondern es wird komplett unwahr behauptet, filminfo.ch existiere nicht mehr.
Die zentrale Motivation bei meiner Sammlertätigkeit besteht darin, auf privater Basis ein digitales Filmarchiv zu etablieren. Die Schweizer «Fraktion» bzw. das Verzeichnis filminfo.ch entstand dabei als Nebenprodukt, weil ich irgendwann fand, dass meine Sammlung nicht nur aus Hollywood-Schinken bestehen sollte.
Der gescheiterte Versuch der 80er-Jahre
Meine private Filmsammlung ist ein gelebter Traum, ein privates digitales Filmarchiv zu etablieren. Die Idee dazu entstand bereits in den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Ich erwarb damals zwei VHS-Recorder, um Filme aufzunehmen und die Aufnahmen systematisch zu kategorisieren.
Der Versuch scheiterte, primär weil die VHS-Bänder für mich als Student irgendwann zu sehr mein karges Budget belasteten. Der Traum aber, irgendwann ein privates Filmarchiv aufzubauen, dieser blieb.
Bescheidenheit und Effizienz
Ein zentraler Punkt bei einem jeden Archiv ist: Ressourcen sind immer begrenzt. Wer eine private Filmsammlung in 4K anlegt, benötigt pro Stunde zwischen 20 und 40 GByte an Daten. Bei optimierter HD-Qualität sind es 0.5 GByte, was 40 bis 80 mal weniger Daten bedeutet.
Das klingt banal, ist es aber nicht. Bei memobase.ch habe ich neulich eine Datei «gefunden», die mit DVD-Auflösung über 1.5 Stunden satte 16 GByte umfasste. Mit meinen vidopt-Tool entstand daraus automatisiert eine (für mich) «archivwürdige» Datei mit ca. 0.5 GByte.
Historisch ist meine Sammlung mit Wilmaa (heute Yello) bzw. Teleboy entstanden. Über Weihnachten/Neujahr 2020/21 konnte ich so einige Hundert Filme «sammeln». Dabei lernte ich drei Dinge: a) Filme benötigen (zu) viel Platz, b) ich verlor bald den Überblick und c) es brauchte einfach zu viel Zeit. Dabei gab es zwei Optionen: Stopp der Sammlung oder Automatisierung.
Folglich nahm ich die Automatisierung in Angriff: Erstens erstellte ich ein Programm, welches die Filme auf eine «erträgliche» Grösse komprimiert. Zweitens erfasse ich Filme seit 2021 direkt mit der Filmnummer gemäss imdb.com und drittens ist die Beschlagwortung danach automatisiert. Seit einigen Wochen werden nicht deutsche Filmbeschreibungen automatisiert ins Deutsche übersetzt, lokale KI sei Dank.

Durchsuchbarkeit dank lokaler KI
Ebenfalls verfüge ich über eine Text, Bild- und Spracherkennung, um die Inhalte der Filme zu durchsuchen. Mit Suchbegriff ‹New York› erhalte ich aktuell 3324 Filme. Immerhin, Zürich ist mit 7312 Filmen in der Überzahl.
Zu Bern sind es 2937 Filme. bei Basel sind es 2743 Treffer. Suchabfragen lassen sich beliebig kombinieren, so ergeben sich 4 Treffer bei ‹Anne-Marie Blanc› und Basel.
Wichtig ist mir dabei, dass diese Arbeiten alle mit lokalen «offenen» KI-Modellen auf meinen Rechnern erfolgen. Open Source bringt hier sehr direkt entscheidende Vorteile.
Viel Wohlwollen bei den Filmschaffenden
Gerade ältere Filme liegen «nur» auf DVD oder gar in VHS vor. Auch hier baute ich Helferlein. Die gewonnene Zeit nutze ich zur Recherche in den Katalogen bzw. im Internet, um Raritäten zu finden. Ein guter Teil der Arbeit besteht darin, die Medien in den Biliotheken abzuholen. Oft lassen sich Filme aber auch im Netz finden, archive.org ist eine Fundgrube für sehr alte Filme.

Manchmal schreibe ich Filmemacher/innen auch direkt an und bitte um eine Privatkopie. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Thomas Hostetter, Christoph Schaub, Felix Tissi und Fulvio Bernasconi und Walter Weber, die mir fehlende Werke als Privatkopie für meine Sammlung überliessen, die weder im Handel noch in Bibliotheken so verfügbar waren bzw. sind.
Diese Begegnungen zeigen mir, dass meine Arbeit Wertschätzung erfährt. Denn nüchtern betrachtet ist es leider so, die Schweiz verfügt über kein umfassendes öffentliches Filmverzeichnis, geschweige denn über einen voll digitalisierten Bestand der Filme.
Hohe Hürden bei der Cinémathèque.ch
Die Cinémathèque.ch ist das nationale Schweizer Filmarchiv. Diese leistet in der Aufbewahrung, Restauration und Digitalisierung der analogen Filmrollen sehr gute Arbeit. Bei memobase.ch können etwa 150 Filme abgerufen werden und Digitalisierungen älterer Spielfilme sind von unschätzbarem Wert.
Aber, für mich bleibt unverständlich, warum z.B. das Filmverzeichnis nicht öffentlich zugänglich ist. Sowohl beim grössten Filmarchiv der Welt, bei der Library of Congress (ca. 400000 Filme) wie auch beim Bundesarchiv-Filmarchiv in Deutschland (150000 Filme) sind Online-Recherchen möglich.
Wer nur schon den Katalog bei der cinémathèque.ch abfragen möchte, muss dazu a) ein Gesuch stellen, wobei unklar ist, ob ich b) als Privatperson Einsicht erhalten würde. Ebenso müsste ich c) genau ausweisen, wonach ich suche (Schweizer Filme würde wohl nicht genügen) und d) ist der Betrieb im Juli und August 2026 «eingestellt».
Immerhin, die DVD-Sammlung (ca. 5000 Datenträger) kann seit Mitte des letzten Jahres über die kantonale Universitätsbibliothek Lausanne (BCU) ausgeliehen werden.
SwissFilms.ch
Wer beim Google nach ‹Schweizer Filmverzeichnis› sucht, «landet» bei SwissFilms.ch.

Gemäss Jahresbericht umfasst das Filmverzeichnis per Ende 2025 über 13’284 Projekte mit Schweizer Beteiligung. Davon seien 8’984 online auf der Website abrufbar.

Zum Vergleich, aktuell verfügt filminfo.ch über mehr als 23000 Beiträge.
Der «Unterschied» im Datenbestand kann anhand von Beispielen aufgezeigt werden. Zu Anne-Marie Miéville finden sich bei SwissFilms.ch 15 Filme (Regie, Drehbuch, Mitwirkend), bei filminfo.ch sind aktuell 24 Filme mit Schweizer Bezug erfasst. Die internationalen Produktionen einschliessend sind es 44 Filme.
Bei Walo Lüönd (Schweizermacher) sind bei SwissFilms.ch 12 Filme erfasst. Bei filminfo.ch finden sich 45 Filme mit Schweizer Beteiligung, dies bei insgesamt 64 Filmen über mein Gesamtarchiv.

Schweizer Filme bei filminfo.ch
Dazu dürften in etwa 200 Produktionen von Absolvent/innen der Filmhochschulen kommen (1 Film pro abgeschlossene Ausbildung). Weiter entstehen Filme beim Fernsehen (Beispiele DOK und NZZ-Format). Insgesamt, so schätze ich, dürften es etwa 500 Schweizer Filme pro Jahr sein. Über die letzten 25 Jahre wären dies 12500 Filme. In meinem Archiv bzw. filminfo.ch finden sich aktuell 11955 Beiträge über diese Zeitspanne.
Über die Jahre 1950 bis 1999 sind es weitere 10178 Filme, was pro Jahr noch immer fast 204 Filme ergibt. Aktuell verbleiben für die Zeit vor 1950 um die 1300 Filme. Ich erlaube mir hier den Hinweis, dass bei SwissFilms im gleichen Zeitraum 7 Werke gelistet werden.
Blick in die Zukunft
Es ist eher unwahrscheinlich, dass mein Archiv in Zukunft in ähnlicher Weise anwachsen wird, dazu fehlen schlicht und einfach die Filme. Natürlich könnte ich beginnen, sämtliche Fernsehsendungen der Schweiz zu archivieren. Damit liessen sich Beiträge bis in den Millionenbereich erfassen.
Nur, dies wäre nicht im Sinne eines Schweizer Filmarchivs. Dagegen habe ich in den letzten Tagen viele Fernsehbeiträge archiviert, in denen über den Schweizer Film, Spiel- und Dokumentarfilme sowie über die Schweizer Kinolandschaft (Suchbegriffe Kino und Cinéma) berichtet wurde.

Einem Kanal9-Beitrag entnehme ich dabei, dass 2012 der Film ‹Tempo Girl› von Dominik Locher im Wallis abgedreht wurde. Später berichtet auch SRF ausführlich über den Film. Und trotzdem findet sich 2026 nirgends eine Kopie.

Daher habe ich mir erlaubt, sowohl den Regisseur wie auch den Verleih zu kontaktieren, dies mit der Bitte, eine Kopie erwerben zu dürfen. Wir werden sehen, ob sich der Film auftreiben lässt. In diesem Sinne, die Reise geht weiter… Vielleicht nicht gerade wie in Fulvio Beransconis Meisterwerk als Bad Trip to Mars, aber dafür in einer Art Rettungsmission für den Schweizer Film zum Strelapass, dies in der Hoffnung, dass am Ende auch Tempo Girl irgendwann aufgetrieben bzw. «gerettet» werden kann.
P.S: Die Bilder in diesem Beitrag entstammen den jeweiligen Filmen. Sie werden hier im Sinne des Zitierungsrechtes verwendet. Eine anderweitige Verwendung ist ausgeschlossen. Daher dürfen die Bilder auch nicht ab dieser Homepage kopiert werden.
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